Alles muss neu, weil alles beim alten blieb

Scheitern und weiter machen: Ich hatte „DienstRad” in die Welt gesetzt, um zu beweisen, DASS und WIE ein Mobiler Fahrradladen funktionieren könnte. Ich hätte 2006 aufhören müssen, weil ich es bewiesen hatte. Aber auch weil klar war, dass „es” alleine nicht geht. Versuche, die damals gleichzeitig am Start befindlichen Kollegen mit aufs Tandem zu bekommen, ging wegen deren Befindlichkeiten nicht, jeder wollte seine Er-Findung hegen. Also verlegte ich mich darauf, immer und überall nach „gelernten” und „ungelernten” KollegInnen zu suchen. Eintritt in die Innung, Eintritt in den VSF, immer auf der Suche nach einer Rosine. Knäckebrot.

Die Stadt ist so groß. 1 Drittel Fahrzeit, 1 Drittel Vor- und Nacharbeit, 1 Drittel Arbeit bei den KundInnen. Da kann man nicht wirklich von leben. Mit mehreren Kollegen wäre das gegangen, davon bin ich auch heute überzeugt. Aber Leute mit Abitur wollen nicht ins Handwerk, schon gar nicht in eines, das schlecht zahlt. Dass ich das Einkommen durch die Arbeitweise von DienstRad und durch die vielen Möglichkeiten der Weiterentwicklung deutlich für alle und nicht nur für 1 Chef anheben wollte, war niemandem ein Engagement wert. „Pionier” kann man nicht als Stellenbeschreibung nehmen.

Ich bin müde geworden. Nur noch die Stammkunden bedienen, und das vielleicht besser. Auf Werbung gar keinen Wert mehr legen, Empfehlungen bedienen. Kürzer treten und mehr Ruhe ins Leben bringen. Nach einem Platz fürs's Alter schauen.

DienstRad ist jetzt DienstRad-Berlin, weil ich die alte Domain zugunsten einer Einzahlung auf das Rentenkonto verkauft habe. An Freunde in Freiburg, die zeitgleich mit mir ihre gute Fahrrad-Leasing- Firma LEASERAD gegründet haben.

DienstRad wird für Sie weiterhin da sein, so lange es geht. Sie dürfen mich weiter empfehlen und alles bleibt eigentlich beim alten, ich kann nur besser werden ;-)

Und drücken Sie mir die Daumen, dass ich mehr Zeit finde, hier in „Aktuelles” etwas häufiger zu schreiben, es gibt so viele Geschichten...

(22.03.2018)




Rapunzel Bräutigam brachte mich dazu, die Idee zu einem Buch auszuspinnen: OK, sagte ich, ich schreibe eine Geschichte, vielleicht einen Krimi. Die Geschichte spielt im Milieu der Mobilen Fahrradmechaniker im Jahre 303.667 und es wird ein Versuch sein, den guten Dingen heute eine Kraft gegen die üblen Dinge zuzusprechen, eine größere sogar. Wie sich die Menschheit in den letzten 10.000 Jahren entwickelte, in den letzten 1000, den letzten 100 Jahren - welch ein Tempo! Welche Möglichkeiten, wenn ich bedenke, dass mit dem Erdöl eh Schluss ist in der nächsten Generation. Es ist immer bitter, einen materiellen Abstieg zu durchlaufen, vor allem für die, auf deren Kosten sich die Absteigenden noch schadlos halten wollen. Aber in 30.000 Generationen? Nach all dem Leid der dreifachen Umwälzung der Erdoberfläche durch die Wechsel der Erd-Jahreszeiten (von manchen Eiszeiten genannt)?

DienstRad meint: „Schwerter zu Pflugscharen und Schutzwesten zu Fahrradreifen!”(23.03.2018)